Die letzten Jahre

Die nächsten Jahre stand Kepler im Dienste seiner eigenen Erkenntnisse. In den nach seinem ersten kaiserlichen Förderer benannten “Rudolphischen Tafeln” verzeichnete er die Grundlagen für die Positionsbestimmungen der Planeten und schuf damit für die nächsten Jahrhunderte ein Standartwerk für Astronomen. 1627 erschienen die Tafeln in Ulm. Seine Veröffentlichungen brachten Kepler mehr Berühmtheit als Geld ein, so dass er, als der Kaiser in Regensburg Reichstag hielt, dorthin reiste, um die ihm eigentlich noch immer als Hofastronom zustehenden Bezüge einzufordern. Auf dem Ritt dorthin zog er sich jedoch eine Lungenentzündung zu, die letztlich seinen Tod am 15. November 1630 zur Folge hatte.
Kepler in späteren Jahren
Die physikalischen Gesetze, die den von Kepler festgelegten Planetenbewegungen zu Grunde liegen, wurden erst später entdeckt, so das Gravitationsgesetz und das Gesetz zur Erhaltung der Energie und des Drehimpulses.
Sie bestimmen die Bewegung eines massearmen Körpers (eines Planeten) im Gravitationsfeld einer großen Masse (der Sonne). So wie diese Regeln nicht nur auf die Planeten anwendbar sind, ist es auch mit Keplers Gesetzen – sie gelten ebenfalls für Kometen, Meteoroide und Monde, zudem für Satelliten und Raumstationen. Zudem ermöglicht es das dritte Keplersche Gesetz, aus der Umlaufbewegung eines Körpers auf die Masse des Systems zu schließen, also aus der Planetenbewegung auf die der Sonne, aus der Mondbewegung auf die des Planeten.
Ebenfalls abzuleiten ist durch die Umlaufzeit die mittlere Entfernung eines Planeten zu der Sonne – somit hat Kepler den Astronomen, die nach ihm kamen, mehr Möglichkeiten an die Hand gegeben, als ihm selber zu jener Zeit bewusst war.
