Kindheit und Studium

Johannes Kepler wurde am 27. Dezember 1571 in der Stadt Weil in Schwaben geboren – sein Geburtshaus ist heute ein Museum und kann somit besichtigt werden. Nach einer schwierigen Geburt war er ein kränkliches und schwaches Kind, das mehrfach ernsthaft und lebensbedrohlich krank war. Auch sonst stand seine frühste Jugend unter einem schlechten Stern: der Vater hatte die Familie verlassen, um sich als Söldner zu verdingen, und somit herrschte Armut im Hause Kepler.
Doch der sehr wache Geist des Knaben fand schon bald Aufmerksamkeit, seine überdurchschnittliche Intelligenz verschaffte ihm früh einen Studienplatz an der Universität Thübingen im Bereich Theologie. Seine wahre Inspiration fand der junge Gelehrte jedoch jenseits seines Faches in Gestalt des Mathematikers Michael Mästlin, der ihn in die Grundlagen der Astronomie einführte.
Was uns heute selbstverständlich erscheint, war zu dieser Zeit eine Frage des Glaubens, der Überzeugung – so lernte Kepler nicht nur das Ptolemäische Weltensystem kenne, sondern erfuhr auch von der Theorie des Nikolaus Kopernikus (1473-1543), die besagte, dass nicht die Erde, sondern die Sonne das Zentrum unseres Systems sei. Das heliozentrische Weltbild erschien Kepler überzeugend und sollte die Grundlage für die weiteren Forschungen des jungen Astronomen bilden.
